deutsche Mundarten, deutsche Dialekte, lokale und regionale Sprechweisen, die genetisch auf allen Sprachebenen (Phonetik/Phonologie, Morphologie, Lexik, Syntax) mit der deutschen Standardsprache in enger Beziehung stehen. Der eigentlich zusammenhängende Geltungsbereich der deutschen Mundarten umfasst grob die Staatsgebiete von Deutschland, Luxemburg, Schweiz und Österreich sowie Teile von u. a. Belgien, Frankreich, Italien und Rumänien. Daneben finden sich deutsche Sprachinseln innerhalb und außerhalb Europas. Zeitlich lässt sich die Entwicklung der heutigen Mundartengebiete bis zur Epoche der Völkerwanderung (2.–6. Jahrhundert) zurückführen. Räumlich sind zunächst die Gebiete

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Niederdeutsche Mundarten

Das Niederdeutsche (Plattdeutsche) ist in Westniederdeutsch und Ostniederdeutsch unterteilbar. Westniederdeutsch umfasst die Mundarten des Niedersächsischen (Westfälisch, Ostfälisch und Nordniederdeutsch). Ostniederdeutsch lässt sich in Mecklenburgisch (mit dem Vorpommersch), Märkisch-Brandenburgisch, Mittelpommersch, Pommersch (Ostpommersch) und Niederpreußisch gliedern. Das Baltendeutsche, ebenfalls eine niederdeutsche Mundart, starb mit der Umsiedlung der Deutschbalten 1940–42 nahezu aus. In einigen Gebieten innerhalb des niederdeutschen Sprachraums wird Friesisch gesprochen, das sich als eigenständiger germanischer Sprachzweig jedoch vom Niederdeutschen abhebt und inzwischen als selbstständige Sprache zu gelten hat (friesische Sprache und

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Mitteldeutsche Mundarten

Das Mitteldeutsche umfasst die west- und die ostmitteldeutschen Mundarten. Die Grenze zwischen dem West- und Ostmitteldeutschen, die durch die Verschiebung eines anlautenden germanischen »p« zu »f« (z. B. in »pund« gegenüber »fund« für »Pfund«) gekennzeichnet ist, verläuft zwischen Fulda und Werra über die Rhön. Westmitteldeutsch gliedert sich in Mittelfränkisch (mit Niederfränkisch, Ripuarisch und Moselfränkisch), Rheinfränkisch, Nord-, Ost- und Zentralhessisch; Ostmitteldeutsch umschließt die Dialektgruppen Thüringisch, Obersächsisch, Nordobersächsisch, Südmärkisch, Schlesisch und Hochpreußisch.

Westmitteldeutsch: Das Niederfränkische (Niederrheinisch, Kleverländisch) kennzeichnet den Übergang vom Hochdeutschen zum

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Oberdeutsche Mundarten

Das Oberdeutsche umfasst das Ostfränkische sowie die dialektalen Großräume des Bairischen und des Alemannischen. Erstes Merkmal des Oberdeutschen ist die vollständige Umsetzung der hochdeutschen Lautverschiebung. Einzige Ausnahme ist in weiten Teilen die nicht vollzogene Verschiebung von westgermanisch k zu kch sowie in bestimmten lautlichen Kontexten zu ch.

Das Ostfränkische kennzeichnet den Übergang vom Oberdeutschen zum Mitteldeutschen. Während der Konsonantismus die allgemeinen sprachhistorischen Entwicklungen des Oberdeutschen vollzogen hat (mit der Besonderheit einer Affrikata bf in allen Positionen), liegt u. a. im Vokalismus

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Werke

Weiterführende Literatur:

Allgemeines:
E. Duller: Das deutsche Volk in seinen Mundarten, Sitten, Gebräuchen, Festen u.
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Quellenangabe
Brockhaus, deutsche Mundarten. http://www.brockhaus.de/ecs/enzy/article/deutsche-mundarten