Roman [französisch, von altfranzösisch romanz »in romanischer Volkssprache (nicht in Latein)

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Der Roman in der Gattungspoetik

Die Entwicklung des Romans verlief jenseits aller normativen Poetiken: Aristoteles erwähnt den Roman im Rahmen der drei Grundgattungen (Gattung) Epos, Drama und Lyrik nicht, die daran anschließenden Poetiken vermochten in ihm allenfalls eine

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Der antike Roman

Die Antike kennt die Bezeichnung »Roman« nicht, wohl aber Texte mit den Merkmalen der späteren Gattung. Bereits früh finden sich in Geschichtswerken und anderen Prosatexten eingebaute Erzählungen, so etwa bei Herodot und bei Xenophon (»Anabasis«, »Kyru paideia«, 4. Jahrhundert v. Chr.). Besonders beliebt war eine Sammlung

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Der Roman im Mittelalter

Die ersten nachantiken Romane – und mit ihnen das Wort »Roman« – entstanden im 12. Jahrhundert in Frankreich, zum Teil beeinflusst vom hellenistischen Roman, aus dem auch vieles auf dem

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Der Roman von der frühen Neuzeit bis zum Barock

In der Neuzeit wurde immer mehr die Prosaform bevorzugt. Spätestens mit dem Buchdruck wurden die Romane auch als eine frühe Form der Unterhaltungsliteratur verbreitet. Mit der Vergrößerung des lesenden Publikums änderten sich Thematik und Normen. Wegen seiner oft fabulösen Inhalte wurde der Roman als die Gattung des Unwirklichen verdächtig, weshalb die Romanschriftsteller bis zum 18. Jahrhundert die Bezeichnung »Roman« zu vermeiden suchten und sich um eine Annäherung an die Geschichtsschreibung bemühten.

Die ersten Prosaromane entstanden in Frankreich aus der Umsetzung der

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Der Roman des 18. Jahrhunderts

Im Laufe des 18. Jahrhunderts stieg der Roman zu einer der wichtigsten literarischen Gattungen auf, zunächst beim lesenden Publikum, deutlich später auch in Literaturkritik und Poetik. Er eignete sich besonders für die Darstellung von Individualität und Subjektivität v. a. in Form von (fiktionalen) Lebensgeschichten und Briefromanen. Entscheidende Impulse für neue Romanformen gingen von England aus. Hier hatte sich zuerst ein modernes Bürgertum gebildet, das fortan das eigentliche Publikum für den Roman war, wobei der weiblichen Leserschaft große Bedeutung zukam. D. Defoes »The life

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Der Roman des 19. Jahrhunderts

Das moderne Geschichtsbewusstsein, das sich zwischen Aufklärung und Romantik herausgebildet hatte, brachte den historischen Roman hervor; als sein eigentlicher Schöpfer gilt W. Scott. Indem er auf der Grundlage detaillierter Quellenstudien einen »mittleren Helden« historische Ereignisse als Abenteuer erleben ließ, schuf er ein literarisches Muster, das bis zum Ende des 19. Jahrhunderts als Vorbild diente und bis heute populär blieb. Mit der Gestaltung großer historischer nationaler Stoffe nahm nun der Roman den Platz des Epos ein, so bei V. Hugo (»Notre-Dame de Paris«,

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Der Roman des 20. Jahrhunderts

Bald nach 1900, mit dem Aufkommen der großen Avantgarde-Bewegungen des Expressionismus, Dadaismus und Surrealismus, begann auch das Experiment mit dem Roman; der Bruch mit einer dem Kausalitätsprinzip verpflichteten Auffassung von Wirklichkeit und Sprache führte zu vollkommen neuen Erzähltechniken, zu kunstvollen Beziehungsgefügen zwischen äußerer und innerer Welt. Diese neuen Techniken,

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Werke

Weiterführende Literatur:

H. Steinecke: Romantheorie u. Romankritik in Deutschland, 2 Bde. (1975–76);
W. Theile: Immanente Poetik des Romans (1980);
Die Entwicklung des Romans, hg. v.
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Quellenangabe
Brockhaus, Roman. http://www.brockhaus.de/ecs/enzy/article/roman-30