Renaissance [rənεˈːs; französisch, eigentlich »Wiedergeburt«] die, -, kulturgeschichtlicher Begriff, bezeichnet ursprünglich die Zeit

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Renaissance als Epochenbegriff

Renaissance als Epochenbegriff ist von Historiografen des 19. Jahrhunderts wie J. Michelet und J. Burckhardt geprägt worden; die damit verbundene Vorstellung der Wiedergeburt ist aber viel älter und als »regeneratio«, »restauratio«, »restitutio« im 14. und 15. Jahrhundert in Italien vielfach belegt. Das Wesentliche daran ist die Auffassung des Geschehens als einer Wende von der Vernichtung zum Werden; Symbol der Lehre vom »ordo renascendi« ist der Vogel Phönix, ein Symbol, das seit der Antike stete Wirkungskraft gehabt hat. In diesem Sinn entwickelten, ohne das Wort

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Grundzüge des Renaissance-Zeitalters

Die in der 2. Hälfte des 14. Jahrhunderts festzustellende Ausbildung von neuen, an die Antike angelehnten Kulturinhalten und -formen ging mit der Loslösung aus der mittelalterlichen Gebundenheit in der kirchlichen und feudalen Ordnung einher. Die damit verbundene gesellschaftliche Umstrukturierung ließ eine v. a. städtische Kultur entstehen, die nicht mehr nur vom Adel, sondern verstärkt vom Bürgertum getragen wurde. Neben den Klerus – den Bildungsträger des Mittelalters – traten die Laien.

Das Geburtsland der Renaissance war Italien, wo man für die Früh-Renaissance den eigenen Begriff des

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Literatur und Theater

Wie tonangebend die italienische Renaissance auf das übrige Europa wirkte, zeigt deutlich die Belletristik der Zeit, die eine Wiederaufnahme und Erneuerung der antiken Kunstformen auf allen Gebieten brachte (Epos, Lyrik, Satire, Epigramm; Biografie, historische Erzählung, Dialog und literarischer Brief). Die Neuschöpfungen der Italiener, das Sonett und die Novelle, wurden auch in den anderen europäischen Sprachen beliebt und nachgeahmt. Das Epos erlebte eine letzte Blüte (L. Ariosto, L. Vaz de

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Musik

In der Musik des 16. Jahrhunderts findet sich renaissancehaft-humanistisches, an der Antike orientiertes Denken bei Musiktheoretikern wie F. Gaffori, H. Glareanus, G. Zarlino, N. Vicentino und V. Galilei, die zunehmend literarische Zeugnisse antiker Musikauffassung und Musiktheorie studierten und verarbeiteten und von daher die Musikpraxis bereicherten und erneuerten. Im Bereich der praktischen Musik kann jedoch von Renaissance nur sehr bedingt gesprochen werden, da die antike Musik selbst nicht erhalten ist und daher nicht »wieder geboren« werden konnte. Aber es gibt die Renaissancehaltung der Musik, die mit der

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Bildende Kunst

Das Lebensgefühl des Renaissancemenschen fand seinen beredtsten Ausdruck in der bildenden Kunst Italiens. Hier löste der neue, an der Antike geschulte Stil um 1420 die Gotik ab (Frührenaissance), erreichte um 1500 seinen Höhepunkt (Hochrenaissance) und ging ab 1520 seinem Ende entgegen (Spätrenaissance, meist dem Manierismus gleichgesetzt).

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Manierismus: Parmigianino

Parmigianino: »Madonna mit Kind« (1525; Moskau, Puschkin-Museum)

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Manierismus: Jacopo da Pontormo

Manierismus: Jacopo da Pontormo »Madonna und Kind mit heiligen Joseph und Johannesknaben« (um

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Werke

Weiterführende Literatur:

Allgemeines:
P. O. Kristeller: Humanismus u. Renaissance, 2 Bde. (aus dem Englischen, Neuausgabe 1980);
A. Heller: Der Mensch der Renaissance (aus dem Ungarischen, 1988);
Lexikon der Renaissance, hg. v. G. Gurst u. a. (Leipzig 1989);
Renaissance – Humanismus. Zugänge zur Bildungstheorie der frühen Neuzeit, hg. v. J. Ruhloff (1989);
S. Heissler u. P. Blastenbrei: Frauen der italienischen Renaissance (1990);
J. Huizinga: Das Problem der Renaissance (aus dem Niederländischen, Neuausgabe 1991);
J. Hale: Die Kultur der Renaissance in Europa (aus dem Englischen,
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Weitere Medien

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Jean Bellegambe: »Die Verkündigung«

Jean Bellegambe: »Die

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Quellenangabe
Brockhaus, Renaissance. http://www.brockhaus.de/ecs/enzy/article/renaissance