Postmoderne [lateinisch], zentraler Begriff der Kulturtheorie, der darauf zielt, einen Standort nach beziehungsweise außerhalb der als Moderne bestimmten Epoche und der ihr zugrunde liegenden erkenntnistheoretischen, weltanschaulichen, sozialen und ästhetischen Vorstellungen zu bestimmen; zugleich hat der Begriff sich in den 1980er-Jahren auch als Element westlicher Kultur- und Selbstkritik verstanden und überdies, zumindest zeitweise, das Lebensgefühl

(54 von 381 Wörtern)
Möchten Sie Zugriff auf den vollständigen Artikelinhalt?

Begriffsbildung und Geschichte

Der bisher früheste Nachweis des Wortes »postmodern« findet sich bei R. Pannwitz (»Die Krisis der europäischen Kultur«, 1917). Er sprach vom »postmodernen Menschen« mit Bezug auf Nietzsches Diagnose der Moderne unter dem Eindruck von Décadence und Nihilismus sowie im Hinblick auf sein Programm der Überwindung dieser Moderne im Zeichen des »Übermenschen«. Nietzsche, der immer wieder als Vater der Postmoderne, als »Drehscheibe« des Denkens für Moderne und Postmoderne (J. Habermas) ausgerufen und kritisiert wird, hat also mittelbar diese Wortschöpfung inspiriert. Sie blieb allerdings

(80 von 705 Wörtern)

Postmoderne Architektur und bildende Kunst

Im Unterschied zur literarisch-philosophischen Diskussion, in der Postmoderne eine Stilmischung beziehungsweise einen Theorieansatz bezeichnet, hat der Begriff in der Architektur die Bedeutung eines Epochenbegriffs angenommen. Die Architekturdiskussion griff bald auf die anderen Künste, aber auch auf andere Kulturbereiche über und wurde zu einem allgemein kritischen Begriff der Kulturanalyse der 1970er- und 80er-Jahre.

Die Wurzeln der Architektur-Postmoderne reichen zurück bis in die 1960er-Jahre. Die Schriften des Amerikaners R. C. Venturi »Complexity and Contradiction« (1966; deutsch »Komplexität und Widerspruch«) und des Italieners A. Rossi

(80 von 859 Wörtern)

Postmodernes Denken – postmoderne Kunst

Angesichts der Vielfalt der Bezüge und der Betonung von Willkür, Ironie und Inkonsistenz im Rahmen des postmodernen Denkens lässt sich die Erwartung einer postmodernen Denkbewegung schon von der Sache her nicht erfüllen. Stattdessen wechseln auch im Bereich der Theorie die Formen zwischen künstlerischer Gestaltung oder Inszenierung und wissenschaftsbezogenem Diskurs; journalistisches Schreiben tritt neben Essay und Abhandlung, Rückgriffe auf alle möglichen Formen der Darbietung und Reflexion, die die Geistes- und Wissensgeschichte zu bieten hat, werden genutzt und unter Umständen mit den

(80 von 1390 Wörtern)

Nach der Postmoderne

Auch der Neuigkeitswert einer Leugnung des Neuen hat seine Grenzen; entsprechend ist der innovative Ansatz der Postmoderne mit dem Beginn des 21. Jahrhunderts ebenso erschöpft, wie es die damit verbundenen individuellen, gesellschaftlichen und ästhetischen Impulse sind. Die

(36 von 251 Wörtern)

Quellenangabe
Brockhaus, Postmoderne. http://www.brockhaus.de/ecs/enzy/article/postmoderne