Esoterik [zu griechisch esōterikós »innen«, »innerlich«] die, -, gegenwärtig in doppeltem Sinn

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Definitionsprobleme und Begriffsgeschichte

Dieser doppelte Esoterikbegriff spiegelt sich in den heutigen Stellungnahmen zum Thema wider: Nach dem durch zahlreiche Veröffentlichungen bekannten schweizerischen Theologen und Psychotherapeuten Hans-Dieter Leuenberger (* 1931, † 2007) ist Esoterik der heutige Ausdruck »für ein Gebiet, das man früher mit den Begriffen Okkultismus, Grenzwissenschaft oder auch Theosophie bezeichnet hat«. Demgegenüber ist Esoterik nach dem Religionswissenschaftler und Theologen Georg Schmid (* 1940) v. a. »die Liebe zum überall verborgenen inneren Geheimnis alles Wirklichen«. Die Vertreter

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Erscheinungsformen

Praktiken und Anschauungen, die heute vollständig oder teilweise für die Esoterik in Anspruch genommen werden, kommen aus Alchemie, Astrologie, Gnosis, Magie und Theosophie, man greift zurück auf (unhistorische) Zeremonien von Druiden und Hexen, der Templer und Rosenkreuzer; auch alternative Therapien, Selbsterfahrungsriten (Feuerlauf) sowie Elemente aus orientalischen Religionen werden vielfach einbezogen. Mit der Zusammenfassung dieser bis dahin zeitlich und räumlich getrennten Phänomene durch die neuen Oberbegriffe »Esoterik« und »Okkultismus« seit Lévi kündigt sich an, dass man diese seit etwa 1870 in

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Esoterik und gesellschaftlicher Wandel

Die esoterische Religiosität ist nicht mehr »religiös« im traditionellen Sinn (Religion). Die in ihr anzutreffenden Offerten erheben einen Erkenntnisanspruch durch persönliche, intuitive Erlebnisse, verheißen umfassende Heilung und individuelles spirituelles Wachstum durch religiöse Selbstermächtigung. Die dabei gewonnenen esoterischen Erfahrungen sind häufig Ausdrucksformen einer »Sehnsuchtsreligiosität« (Matthias Pöhlmann, * 1963). Sie beansprucht einerseits zu »wissen« und nicht bloß zu »glauben« (»Geheimwissenschaft«); andererseits versucht sie mit ihrem »Wissen« zugleich auch, auf die »religiösen Fragen« des modernen Menschen zu antworten, und gewinnt

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Esoterik als Alternative zu Wissenschaft und Religion

Die »Erlebnisorientierung« ist zwar eine gegenwärtig besonders typische, jedoch nicht die einzige Orientierung, die Menschen aus der Esoterik zu gewinnen versuchen. Esoterik ist – zumindest in ihrer okkultistischen Bedeutungsvariante als »Geheimwissen(schaft)« – von Anfang an ein Versuch, die Vielheit der Erscheinungen auf religiösem wie auf naturwissenschaftlichem Gebiet zu einer Gesamtschau zu verbinden und ein Einheitsbild

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Esoterik aus religionswissenschaftlicher und theologischer Sicht

Mit dieser Eigenart des esoterischen Geheimwissens, mit seinem Anspruch auf Wissen und Erkenntnis sowohl über die Naturwissenschaft als auch über die Sphäre des religiösen Glaubens hinaus, hängt es auch zusammen, dass die religionswissenschaftliche und theologische Auseinandersetzung mit der Esoterik bisher

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Werke

Weiterführende Literatur:

H.-J. Ruppert: Durchbruch zur Innenwelt. Spirituelle Impulse aus New Age u. Esoterik in kritischer Beleuchtung (1988);
F. A. Yates: Die okkulte Philosophie im elisabethanischen Zeitalter (aus dem Englischen, Amsterdam 1991);
G. Schmid: Im Dschungel der
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Quellenangabe
Brockhaus, Esoterik. http://www.brockhaus.de/ecs/enzy/article/esoterik