Ehe [althochdeutsch ewe »Gesetz«], auf Dauer angelegte Lebensgemeinschaft zweier (Monogamie) oder mehrerer (Polygamie) Menschen verschiedenen Geschlechts, die im Allgemeinen (jedoch nicht notwendigerweise) zugleich auch durch Zeugung von Kindern

(28 von 197 Wörtern)
Möchten Sie Zugriff auf den vollständigen Artikelinhalt?

Christliches Eheverständnis

In der Entwicklung des biblischen Glaubens ist das Bild der Ehe als Symbol auf die Beziehung des Bundesgottes zum Bundesvolk übertragen worden (Hosea, Ezechiel). Diese Übertragung hat auch die soziale Basis des Symbols verwandelt. Die Ehe kann nicht mehr allein unter dem Zweckgesichtspunkt der Fortpflanzung verstanden werden. Im Verständnis des Gottesbundes als Ehebund bricht sich vielmehr ein »transsexuales« Verständnis von Ehe Bahn, das in Versprechen und Treue, in personaler Beziehung der Partner sein Wesen hat. Damit setzt eine

(78 von 553 Wörtern)

Ehe und Gesellschaft

Die Ehe ist so eng mit den wirtschaftlichen und kulturellen Voraussetzungen des Fortbestandes einer Gesellschaft verbunden, dass sie auch wichtige Sachverhalte der Gesellschaft ordnet, zu denen z. B. Bestimmung und Legitimierung von Positionen und Rollen des Familien- und Verwandtschaftssystems gehören. Über die Ehegesetzgebung (Eherecht) steuert der Staat seine Familien- und Bevölkerungspolitik.

Formen, Struktur und Stabilität der Ehe sind wie Art und Maß des Eingriffs der Gesellschaft in die Ehe dem historischen Wandel unterworfen.

(72 von 511 Wörtern)

Kulturgeschichte

Im Alten Orient herrschte grundsätzlich die Polygynie vor, jedoch war in den sozial schwächeren Schichten aus materiellen Gründen die Monogamie die Regelehe. Bei den Juden hielt noch Moses an der Vielehe mit meist zwei Hauptfrauen und zwei Sklavinnen fest. Das islamische Eherecht, verankert im Koran, schränkt die altarabische Sitte der Polygamie auf höchstens vier Frauen mit je einem Hausstand sowie Konkubinat mit eigenen Sklavinnen ein. Die Ehe ist ein geheiligter

(70 von 500 Wörtern)

Ethnologische Aspekte

In der Vielzahl von Kulturen gibt es unterschiedliche Formen von Ehe. Die Regeln zur Wahl von Ehepartnern sind häufig in Tauschbeziehungen zwischen Gruppen und damit in die soziale Organisation von Gesellschaften eingebunden. Die Eheschließung selbst wird meist in Anlehnung an Rituale des Statuswechsels (Initiationsriten) vollzogen. Da dieser Statuswechsel die Möglichkeit selbstständiger Haushaltsführung enthält, ist oft auch die Vollmitgliedschaft in der Gruppe damit verbunden. Die

(64 von 457 Wörtern)

Werke

Weiterführende Literatur:

M. Schröter: »Wo zwei zusammenkommen in rechter Ehe ...«. Sozio- u. psychogenetische Studien über Eheschließungsvorgänge vom 12. bis
(18 von 123 Wörtern)

Quellenangabe
Brockhaus, Ehe. http://www.brockhaus.de/ecs/enzy/article/ehe