Die deutsche Einheit ist das Zentralproblem der deutschen Frage nach 1945 und beinhaltet folgende Hauptpunkte:

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Der Ausgangspunkt: Die Spaltung Deutschlands 1945–49

Die Politik des Nationalsozialismus zwischen 1933 und 1945 – die extremste Form des deutschen Nationalismus – stellte die tiefste Zäsur in der deutschen Geschichte dar und zerstörte die deutsche Einheit. Auf dem Boden des mit der militärischen Niederlage im Zweiten Weltkrieg zusammengebrochenen und in vier Besatzungszonen aufgeteilten Deutschen Reiches war im Juni/Juli 1945 eine alliierte

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Rechtsfragen der deutschen Einheit (1948/49–90): Sicht der Bundesrepublik und der Westmächte

Die Politik der Bundesregierung in der Gründungsphase der Bundesrepublik Deutschland stand vor der doppelten Aufgabe der Reorganisation des Staates und der inneren Demokratisierung der Gesellschaft. Während die erste Aufgabe in die engere Gründungsphase fiel, setzte die innere Liberalisierung und Demokratisierung der Gesellschaft in den 1960er-Jahren ein. Die Bundesrepublik Deutschland verfügte von Beginn an über andere Legitimationsgrundlagen als das Deutsche Reich. Sie war nicht national fundiert, sondern wurde zu einem Teil der westlichen Integrationszone im Ost-West-Gegensatz. Die um 1950 einsetzende

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Rechtsfragen der deutschen Einheit (1948/49–90): Sicht der DDR und der UdSSR

Die DDR änderte ihre Positionen zur deutschen Einheit mehrmals, jeweils abhängig von der internationalen Lage. Die erste Verfassung der DDR vom 7. 10. 1949 beanspruchte gesamtdeutsche Geltung. Danach bestand die deutsche Einheit weiterhin fort, Wiedervereinigung war keine Aufgabe (Artikel 1: »Deutschland ist eine unteilbare demokratische Republik«). Die DDR sah sich in ihrer Gründungsphase voll identisch mit dem 1945 nicht untergegangenen deutschen Staat. Sie fasste ihre eigene Staatsordnung als Kern des wieder

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Binationalisierung und Selbstanerkennung: Die Deutschlandpolitik der Bundesrepublik 1949–66

Die Politik von Bundeskanzler K. Adenauer (1949–63) zielte darauf, die Bundesrepublik Deutschland fest in den Westen einzubinden. Dies resultierte v. a. aus dessen Skepsis gegenüber der Demokratisierungsfähigkeit eines deutschen Nationalstaates. Die Durchsetzung der Westbindung war dabei innenpolitisch nur deshalb mehrheitsfähig, weil Adenauer dafür als Voraussetzung für die deutsche Wiedervereinigung warb. Die Westintegration galt als Bedingung einer

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Zwischen Ostpolitik und Verwestlichung: Deutschlandpolitik der Bundesrepublik 1966–82

Mit dem Eintritt der SPD in die Bundesregierung 1966 begann eine neue Phase der Ostpolitik. Die sozialliberale Koalition unter Brandt (SPD) und W. Scheel (FDP) seit Ende 1969 gestaltete sie als Vertragspolitik aus und bettete sie in ein übergreifendes Konzept der Entspannungspolitik ein. Die Bundesregierung war dabei bereit, die innerdeutsche Grenze in dem Maße anzuerkennen, in dem sie durchlässiger wurde und »menschliche Erleichterungen« die Zusammengehörigkeit der Deutschen weiter ermöglichten. Die Deutschlandpolitik wurde damit

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Stabilität und Menschenrechte: Die Deutschlandpolitik der Bundesrepublik 1982–89

Die Regierung von CDU/CSU und FDP unter Bundeskanzler H. Kohl und Außenminister H.-D. Genscher (seit Oktober 1982) führte die Ost- und Deutschlandpolitik der sozialliberalen Vorgängerregierung fort. Unter den Bedingungen der Nachrüstung und eines verschärften Ost-West-Gegensatzes zu Beginn der 1980er-Jahre rückten für eine Mittelmacht wie die Bundesrepublik Stabilität und Friedenssicherung ins politische Zentrum. Stabilität und deutsche Einheit bildeten ein widersprüchliches Ganzes. Der politisch aufrechterhaltene Anspruch auf die staatliche Wiedervereinigung stand nunmehr neben der Systemstabilisierung der DDR durch westdeutsche Kredite. Die 1980er-Jahre

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»Zwei deutsche Nationen«: Die Deutschlandpolitik der Deutschen Demokratischen Republik 1949–89

In ihrer Gründungsphase erhob die DDR ausdrücklich einen gesamtdeutschen Anspruch. Die Bundesrepublik Deutschland wurde als westdeutscher Separatstaat bezeichnet. Fernziel war die Ausdehnung des Systems der DDR unter dem Vorzeichen eines gemeinsamen Antifaschismus auf das gesamte Deutschland. Der Antifaschismus bildete die wichtigste Legitimationsideologie der DDR. Besonders in den bildungsbürgerlichen Schichten wirkte er als »Loyalitätsfalle« (Annette Simon). Dabei wurde der Faschismusbegriff der SED – der

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Einheit in Freiheit: Der innenpolitische Weg zur deutschen Einheit 1989/90

Ende der 80er-Jahre verstärkten sich die gesellschaftlichen Spannungen in der DDR. Die Staats- und Wirtschaftskrise der DDR artikulierte sich im Protest der Bürgerbewegung. Ziel der Bürgerrechtsgruppen (Neues Forum, Demokratie Jetzt u. a.) war dabei die Demokratisierung der DDR, nicht ihre Abschaffung. Die Unzufriedenheit der Menschen mit den Auswirkungen des Sozialismus im Alltag, die wirtschaftliche Zerrüttung, der Protest gegen weitere Beschränkungen der Reisefreiheit und der Menschenrechte gehörten zu den entscheidenden

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Das Ende der Nachkriegszeit: Der außenpolitische Weg zur deutschen Einheit 1989/90

Nach der Öffnung der Berliner Mauer am 9. 11. 1989 bezogen auch die »vier Mächte« zu den Ereignissen Stellung. US-Präsident G. H. Bush machte dabei frühzeitig klar, dass die Deutschen in West und Ost selbst über ihre Einheit zu entscheiden hätten, doch müsse ein vereinigtes Deutschland der NATO und der EG angehören. Er schloss sich nicht den französischen, britischen und sowjetischen Vorbehalten gegen die deutsche Wiedervereinigung an. Gorbatschow

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Die innere Wiedervereinigung nach 1990: Probleme und Chancen

Anders als das Deutsche Reich nach seiner Gründung 1871 war die Bundesrepublik nach der Wiedervereinigung kein unvollendeter Nationalstaat mit großen Minderheiten und einer inneren Ausgrenzung erheblicher Teile der Bevölkerung. Die Probleme der inneren Einheit betrafen weniger das politische System als vielmehr die Herstellung gleicher Lebensverhältnisse und die Überwindung von mentalen Barrieren in der gegenseitigen Wahrnehmung der »alten« und »neuen« Bundesländer. Angesichts extrem hoher Arbeitslosigkeit und einer sich tendenziell seit 1990 verschärfenden wirtschaftlichen Lage war das Ausbleiben eines politischen Massenprotestes historisch

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Literatur

Die Gestaltung der deutschen Einheit. Geschichte, Politik, Gesellschaft, hg. v. E. Jesse u. a. (1992);
Deutschland. Eine Nation – doppelte Geschichte. Materialien zum deutschen Selbstverständnis, hg. v. W. Weidenfeld (1993);
S. Meuschel: Legitimation u. Parteiherrschaft. Zum Paradox v. Stabilität u. Revolution in der DDR 1945–1989 (3
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Quellenangabe
Brockhaus, Deutsche Einheit. http://www.brockhaus.de/ecs/enzy/article/deutsche-einheit