Buch [mittelhochdeutsch buoch, althochdeutsch buoh (Plural) »Schrift(stück)«, ursprünglich wohl »(Runen-)Zeichen«, »Buchstabe«], meist größere Anzahl von bedruckten,

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Frühe Buchformen und Beschreibstoffe

Die Vorform des heutigen Buches waren die getrockneten oder gebrannten Tontafeln der Babylonier und Assyrer (etwa 3000 v. Chr.), die zusammengeschnürten Palmblätter der Inder, die mit Bändern zusammengehaltenen Bambus- oder Holzstreifen der Chinesen (ab 1300 v. Chr.). Andere Beschreibstoffe waren Birkenrinde (Mittelasien), bestimmte Ficusarten

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Entwicklung des gedruckten Buches in Europa

Mit dem Aufkommen des Papiers in Europa und v. a. der Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Metalltypen durch J. Gutenberg (um 1450) verbilligte, vergrößerte und beschleunigte sich die Buchherstellung. Bis zum 31. 12. 1500 wurden circa 27 000–30 000 verschiedene Ausgaben gedruckt (Inkunabeln). Sie erschienen in Auflagenhöhen von etwa 300 bis 600 Exemplaren (anfangs bei Gutenberg nur circa 150–200 Stück). Von einem Massenbuchmarkt kann aufgrund der mangelnden Lesefähigkeit der Bevölkerung und ihrer eingeschränkten finanziellen Möglichkeiten dabei nicht gesprochen werden. In den ersten Jahrzehnten

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Buchherstellung

Im Mittelalter wurden Bücher als Handschriften von Mönchen in Klosterskriptorien, im Spätmittelalter auch in städtischen Schreibstuben von Laien (ab)geschrieben, mit Buchmalerei (Buchkunst) ausgeschmückt und mit kostbaren Einbanddecken (Buchdecke) versehen. Nach Erfindung des Buchdrucks bestanden zunächst noch parallel Schreibwerkstätten, bis sie zu Beginn des 16. Jahrhunderts endgültig aufgegeben wurden. Die von Gutenberg in der Mitte des 15. Jahrhunderts eingeführte Technik des Typengusses sowie seine Erfindungen im Satz-

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Das Buch als Ware

Das Buch ist geistiges Kulturgut und Handelsware zugleich. Bis ins Spätmittelalter waren die geschriebenen Bücher Auftragsproduktionen, die für einen bestimmten, vorwiegend institutionell gebundenen Bedarf (zum Beispiel Kirche, Universität) hergestellt wurden. Handschriftenproduktion auf Vorrat ist als verlegerische Tätigkeit zwar schon für das 15. Jahrhundert belegt (D. Lauber), bildete aber die Ausnahme. Mit dem Aufkommen des Buchdrucks wurden Bücher nicht mehr ausschließlich bedarfsdeckend, sondern über die konkrete Nachfrage hinaus produziert, was mit einem relativ hohen Absatzrisiko verbunden war. Um

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Das Buch in der Medienvielfalt

Bis ins 20. Jahrhundert war das gedruckte Buch als Unterhaltungsmedium wie auch als Wissensvermittler weitgehend konkurrenzlos. Die Erfindung des Buchdrucks beeinflusste die langfristige Entwicklung der europäischen Kultur nachhaltig, die sich in ihrem Selbstverständnis – v. a. gegenüber oral geprägten Kulturen anderer Kontinente – stark am gedruckten Text und Buch als Leitmedium bemaß und in dessen Gedächtnis- und Reflexionsfunktionen wesentliche Voraussetzungen für zivilisatorischen Fortschritt sah. Gleichwohl hatte das Buch in Europa von Beginn des Buchdrucks an keine singuläre Stellung als Kommunikationsmedium, sondern war in eine

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Werke

Weiterführende Literatur:

Nachschlagewerke:
Lexikon des gesamten Buchwesens, hg. v. S. Corsten u. a., auf mehrere Bde. berechnet (21985 ff.);
H. Hiller u. S. Füssel: Wörterbuch des Buches (72006);
Reclams Sachlexikon des Buches, hg. v. U. Rautenberg
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Quellenangabe
Brockhaus, Buch. http://www.brockhaus.de/ecs/enzy/article/buch-30