Befreiungstheologie, Theologie der Befreiung, v. a. von katholischen Theologen in Lateinamerika u. a. Ländern der Dritten Welt entwickelte Theologie, die die konkreten Lebenssituationen der

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Anfänge und Grundlagen in Lateinamerika

Befreiung als politischer Begriff: Befreiung ist ein politischer und theologischer Begriff. Politisch wurde er von den Vertretern der Dependencia-Theorien in den 1960er-Jahren in Lateinamerika verwendet, um den Weg der Armen aus der wirtschaftlichen Abhängigkeit in die Unabhängigkeit, aus der Fremdbestimmung in die Selbstbestimmung, aus einem menschenunwürdigen in ein menschenwürdiges Leben zu beschreiben und die Unrechtsverhältnisse im Kapitalismus herauszustellen. Als eine zentrale Aussage wurde formuliert, dass, wer diesen Weg geht, aufhört, bloßes Objekt der Interessen fremder Mächte zu sein; er wird

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Die »Kirche der Armen« – ein Projekt des Zweiten Vatikanischen Konzils

Geistlicher Aufbruch und neue Ekklesiologie: Am Anfang der Befreiungstheologie standen eine neue Aufmerksamkeit bezüglich der Situation der Armen in der Welt – rund zwei Drittel der Weltbevölkerung – und neue sozialwissenschaftliche Denkanstöße, diese zu beschreiben und hinsichtlich ihrer Ursachen zu analysieren. Kirchlich ist die Befreiungstheologie untrennbar verbunden mit dem geistlichen Aufbruch des Zweiten Vatikanischen Konzils und der durch das Konzil vollzogenen Öffnung der katholischen Kirche zur modernen Welt (Aggiornamento). Die beiden Konzilspäpste Johannes XXIII. und Paul VI. sowie das Konzil selbst haben

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Der politische und der theologische Konflikt in Lateinamerika

Befreiungstheologie und Kommunismus: Die theologische und politische Gegnerschaft zur Befreiungstheologie wurzelt im (General-)Vorwurf der Nähe der Befreiungstheologie zum Kommunismus. Im Blick auf dessen theoretische Grundlagen gibt es Berührungspunkte und Schnittmengen, das sind die Imperialismus-, Dependencia- und Klassentheorie. Sie betreffen die gesellschaftliche Situationsanalyse und die methodologischen Vorgaben der Klassenanalyse. Aber es gibt ebenso den prinzipiellen Gegensatz: das Evangelium, die katholische Soziallehre und das christliche Menschenbild. Die Befreiungstheologie ist die erste und bisher einzige Theologie, die sich konstruktiv mit dem Kommunismus befasst

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Befreiungstheologien außerhalb Lateinamerikas

Europa: Die Theologie in Europa ist vor diesem Hintergrund auf drei Ebenen besonders herausgefordert: politisch-pastoral, kirchlich und methodisch. Weithin gibt es kirchlich noch keine ausdrückliche Option für die Armen, ist das Zweite Vatikanische Konzil konzeptionell noch immer nur in Teilen aufgegriffen und durchgeführt und die Sozialanalyse kein Prinzip theologischer Arbeit im Sinn des methodischen Dreischritts »Sehen, Urteilen, Handeln«.

Afrika: In Afrika, über Jahrhunderte der Kontinent des Sklavenhandels, Kolonialismus und der imperialistischen Eroberung und

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Befreiungstheologie und Globalisierung

Globalisierung heißt, dass die Erste und die Dritte Welt und ihre Probleme in einer neuen Art global verbunden sind. Prinzipiell alles, was Menschen

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Werke

Weiterführende Literatur:

R. Vekemans: Teología de la liberación y cristianos por el socialismo (Bogotá 1976);
Die Kirche Lateinamerikas. Dokumente der II. u. III. Generalversammlung des Lateinamerikanischen Episkopates in Medellín u. Puebla, hg. v. Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz (1979);
C. Boff: Theologie u. Praxis. Die erkenntnistheoretischen Grundlagen der Theologie der Befreiung (aus
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Quellenangabe
Brockhaus, Befreiungstheologie. http://www.brockhaus.de/ecs/enzy/article/befreiungstheologie