Abrüstung, politischer Begriff, bezeichnet im engeren Sinn sowohl den Prozess der Verminderung oder des völligen Abbaus militärischer Mittel (Waffen und Streitkräfte) als auch den an dessen Ende erreichten

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Kriegsverhütung oder Schadensbegrenzung

Im Zentrum der Bemühungen um Abrüstung beziehungsweise Rüstungskontrolle steht die »Einhegung militärischer Macht«. Doch unterscheiden sich hierbei die theoretischen Ansätze beider Konzepte grundlegend: Für die klassische Rüstungskontrolltheorie (nach M. Halperin/T. Schelling) war nicht die Bewaffnung die unabhängige Variable, sondern das einem Konflikt zugrunde liegende und in der Anarchie des Staatensystems begründete Sicherheitsdilemma, d. h. die Unsicherheit über die Absichten anderer Staaten. Demgegenüber sah die klassische Abrüstungstheorie in der Rüstung die primäre

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Voraussetzungen und Bedingungen

Die meisten Staaten sehen in Rüstung und Militär eine wichtige Grundlage ihrer Selbstbehauptung und Stellung in der Staatenwelt. Entscheidungen über Abrüstung haben daher Einfluss auf das politisch-militärische Gleichgewicht zwischen den Staaten. Ihnen gehen deshalb militärtechnische, militärstrategische und politisch-konzeptionelle Überlegungen voran, denen macht- und interessenpolitische Gesichtspunkte zugrunde liegen. Auch wenn Abrüstung friedenspolitisch erwünscht

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Abrüstungskontrolle

Wesentlich für alle Abrüstungsvereinbarungen ist die wirksame Kontrolle ihrer Durchführung. Furcht vor unzulänglicher Vertragserfüllung seitens eines oder

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Folgeprobleme

Abrüstung kostet zwar nicht so viel wie Aufrüstung, ist jedoch mit erheblichem finanziellem Aufwand verbunden, der

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Historische Entwicklung

Auf Initiative des russischen Zaren Nikolaus II. befassten sich die Haager Friedenskonferenzen (1899, 1907) erstmals in der internationalen Diplomatie mit der Abrüstungsfrage. Die Erfahrungen des Ersten Weltkrieges förderten den Gedanken der Abrüstung; die von US-Präsident W. Wilson im Punkt IV seiner Vierzehn Punkte geforderte Reduzierung der nationalen Rüstungen auf das für die Sicherheit des Staates notwendige Minimum wurde Grundlage der Abrüstungspolitik des Völkerbundes. Die den besiegten Mächten des Ersten Weltkrieges in den Pariser Vorortverträgen (1919/20) auferlegten einseitigen Abrüstungsbestimmungen sollten erste Schritte zu

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Werke

Weiterführende Literatur:

E. Forndran: Rüstungskontrolle. Friedenssicherung zwischen Abschreckung u. Abrüstung (1970);
K. Höhl u. A. Kelle: Die
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Quellenangabe
Brockhaus, Abrüstung. http://www.brockhaus.de/ecs/enzy/article/abrustung